Merkmale der Säugetiere

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Bild vergrößern!Zoom Kloakentiere – Schnabeltier 

Das in Ostaustralien und Tasmanien lebende Schnabeltier gehört (wie der Ameisenigel) zu den eierlegenden Säugetieren. Es zeigt noch eine Reihe von Merkmalen, die den Reptilien zugeordnet werden: Die Oberarme stehen seitlich vom Körper ab. Am Körperende befindet sich die Kloake, aus dem das Schnabeltier die Eier legt. Es ist hinten nur eine einzige Körperöffnung vorhanden, genau wie bei den Reptilien oder den Vögeln. Die Eier werden in einer Bruthöhle ausgebrütet.
Bild vergrößern!Zoom Beuteltiere – Känguru als Beispiel  

Die Kängurus zählen zu den Beuteltieren, die in Australien leben. Im Gegensatz zu den Plazentatieren haben die weiblichen Beuteltiere keinen Mutterkuchen (Plazenta) im Leib, mit dem der Embryo versorgt werden könnte. Die Jungen werden nach einer kurzen Tragezeit von 8 bis 42 Tagen geboren und sind zunächst nur wenige Millimeter oder Zentimeter groß. Sie krabbeln nach der Geburt sofort mit Hilfe ihrer Vorderbeinchen in einen Beutel am Bauch der Mutter und saugen sich an den Milchzitzen fest.
Bild vergrößern!Zoom Plazentatiere – Primaten als Beispiel 

Weibliche Plazentatiere besitzen in der Gebärmutter einen Mutterkuchen (Plazenta). Dieser versorgt den Embryo über eine Nabelschnur mit Nährstoffen, Sauerstoff und Vitaminen. Nach der Geburt werden die Jungen durch Zitzen (Milchdrüsen) an der Brust oder am Bauch des Muttertieres mit Milch gesäugt. Die Plazentatiere bilden wie die Beuteltiere und die Kloakentiere eine Unterklasse in der Ordnung der Säugetiere. 
 
Bild vergrößern!Zoom Haut mit Haaren und Fell 

Die Haut der Säugetiere ist mehrschichtig und von Haaren bedeckt. Die Haare entstehen aus der Oberhaut, ihre Wurzeln reichen tief in die Lederhaut. Ein Säugetierfell besteht aus Deckhaaren und einer darunter liegenden Schicht aus Wollhaaren. Die Behaarung vermindert die Wärmeabgabe und wirkt isolierend. Manche Säugetiere, beispielsweise die Gürteltiere, haben auch Hautschuppen oder Knochenpanzer entwickelt.
Bild vergrößern!Zoom Ausgeprägtes Gebiss 

Fast alle Säugetiere besitzen ausgeprägte Gebisse. Es kommen drei Zahntypen vor: Schneidezähne (rot), Eckzähne (grün) und Backenzähne (gelb und blau). Der Bau des Gebisses bestimmt die Nahrungsauswahl der Säuger. Die Zähne enthalten in ihrem Inneren eine knochenähnliche Substanz, während der äußere Zahnschmelz aus dem harten Mineral Apatit gebildet wird. 
Bild vergrößern!Zoom Schlankes Skelett 

Bei den Säugetieren sind im Gegensatz zu den heute lebenden Reptilien schlanke Gliedmaßen unterhalb des Rumpfes befestigt. Dies ermöglicht eine schnelle Fortbewegung durch Laufen, Hüpfen, Klettern und Springen. Der Nachteil ist eine erhöhte Belastung der Wirbelsäule, weshalb sich Bandscheiben zwischen den Wirbeln ausgebildet haben. Aus dem Kiefergelenk bildete sich der schallleitende Apparat des Mittelohres aus, was zu einer verbesserten Hörfähigkeit führte.
Bild vegrößern!Zoom Leistungsfähiges Atmungssystem 

Die Luftröhre verzweigt sich bei den Säugetieren zu feinen Ästen, den Bronchien. Die Äste verfeinern sich immer weiter und enden in den Lungenbläschen, die von den Lungenarteriolen in einem feinen Kapillarnetz umsponnen sind. Die Verbesserung der Atemleistung – im Vergleich zu den Reptilien – wird zudem durch die Ausbildung eines Zwerchfells im Bauchraum und durch das Fehlen von Zellkernen in den roten Blutkörperchen unterstützt. Dadurch kann mehr Sauerstoff aufgenommen werden.
Bild vegrößern!Zoom Leistungsfähiger Blutkreislauf 

Das Herz der Säugetiere ist zweigekammert. Das sauerstoffreiche Blut (rot) gelangt zuerst in die linke Herzkammer, fließt dann zu den Organen, gibt dort den Sauerstoff ab und gelangt als sauerstoffarmes Blut (blau) in die rechte Herzkammer, von wo es in die Lungen befördert wird. Diese Trennung verbessert die Atemleistung im Vergleich zu den Reptilien erheblich und ist die Grundlage für die Unabhängigkeit der Körperwärme von der Außentemperatur.
Bild vegrößern!Zoom Hoch entwickeltes Gehirn 

Mit der verbesserten Entwicklung der Sinnesleistungen – vor allem Hören und Riechen – vergrößerte sich bei den Säugetieren das Gehirn. Im Zwischenhirn werden die Informationen der Sinnesorgane und des Nervensystems verarbeitet. Das Großhirn ist die Speicherzentrale für Bewusstsein, Gedächtnis, Intelligenz, Lernfähigkeit und Gefühle, während Mittelhirn und Kleinhirn die Bewegungsabläufe koordinieren.

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