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Froschlurche in Mitteleuropa
Überfamilie Scheibenzüngler
 
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Geburtshelferkröte Alytes obstetricans, bis 6 cm
Die nachtaktive Geburtshelferkröte
bewohnt Steinbrüche und Kiesgruben. Sie ist an ihren senkrechten
Pupillen
erkennbar. Der Ruf des Männchens klingt wie ein helles
Glöckchen.
Daher stammt der Name „Glögglifrosch“. Im Frühjahr
transportiert
das Männchen an seinen Hinterbeinen ein Eierpaket. Die Eier nimmt
es von seiner Partnerin nach der Paarung auf und trägt sie bis zu
sieben Wochen mit sich herum. Schlüpfen die Larven, eilt es an eine
Wasserstelle. |
 
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Gelbbauchunke Bombina variegata, bis 6 cm >Portrait
Die unscheinbare Oberseite
der Gelbbauchunke ist eine gute Tarnung. Die knallgelben Flecken auf der
Unterseite der Unke, werden bei Bedarf gezeigt und als Warnfärbung
einsetzt. Bei Gefahr sondert sie ein Gift aus, das beim Menschen die Schleimhäute
reizt und eventuelle Feinde in die Flucht schlägt. Die Unke liebt
stehende oder langsam fließende Gewässer mit klarem Wasser und
pflanzenreichem Bewuchs. Das Männchen ruft zur Paarungszeit ein dumpfes
„Uh-uh-uh“. |
 
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Rotbauchunke Bombina bombina, bis 4,5 cm
Die Rotbauchunke ist etwas kleiner als die Gelbbauchunke. Die warzige Oberseite erscheint dunkelgrau mit dunklen Flecken und weißen Punkten. Erkennungsmerkmal ist der Bauch mit den orangeroten Flecken, die je nach Individuum mehr oder weniger ausgeprägt sind. Der glockenähnliche Ruf „Ouh-ouh-ouh" klingt weicher und melodischer als bei der Gelbbauchunke. Die Eier werden in kleinen Paketen mit 10 bis 40 Eiern an die Wasserpflanzen angeheftet. Die Unke lebt in Osteuropa, im Osten Deutschlands und in Österreich, in der Schweiz kommt sie nicht vor. |
Familie Kröten
 
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Erdkröte Bufo bufo, bis 15 cm >Portrait
Die kräftige Erdkröte
hat eine warzige Haut und sie kann ihre Farbe verändern. Die Drüsen
hinter den Augen sondern einen schleimhautreizenden Saft aus. Wie der Grasfrosch
wandert die Erdkröte zu Beginn der Nacht zu ihrem Laichplatz. Der
Laich wird in langen Gallertschnüren um die Wasserpflanzen gelegt,
während das Männchen den Laich besamt. Die Kaulquappen schlüpfen
nach einer Woche. Innerhalb von zwei bis drei Monaten wachsen sie zu erwachsenen
Kröten heran. |
 
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Kreuzkröte Bufo calamita, bis 9 cm
Die Kreuzkröte ist
kleiner und gedrungener als die Erdkröte.
Man erkennt sie nachts an ihrer hellen Rückenlinie und auch an ihren kurzen Beinen, mit denen sie nicht
hüpft, sondern hastig rennt. Ihr Laichgebiet liegt in den flachen,
bewachsenen Uferzonen oder in Wasserpfützen mit lehmigem, sandigem
Grund in Kiesgruben. Die Männchen verfügen über eine große
Schallblase, mit der sie die Weibchen anlocken. Der Ruf ähnelt einer
Grille. |
 
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Wechselkröte Bufo viridis, bis 10 cm
Männchen und Weibchen
der Wechselkröte sind mit dunkelgrünen Flecken übersäht.
Das Weibchen hat auf den Seiten rötliche Warzen. Der Name geht auf
das Fleckenmuster zurück oder vielleicht auf die Fähigkeit, dass
die Kröte ihre Färbung je nach Untergrund ändern kann. Wechselkröten
leben außerhalb der Fortpflanzungszeit in trockenen Gegenden. Das
Weibchen legt während der Laichzeit Laichschnüre, die mehr als
10000 Eier enthalten können. |
Überfamilie Krötenfrösche
 
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Knoblauchkröte Bufo fuscus, bis 8 cm
Die Knoblauchkröte ist die kleinste und auch die seltenste Kröte in Mitteleuropa. Sie fehlt in der Schweiz vollständig. Die Färbung der rundlichen Kröte ist sehr variabel. Auf hellbraunem Grund befinden sich auf der Oberseite oft größere, längliche Flecken. Warzen sind häufig, manchmal sind auch rote Tupfen vorhanden. Die Pupille steht im Vergleich zur Wechselkröte senkrecht. Das bei Gefahr ausgestoßene Sekret riecht knoblauchartig. |
Familie Laubfrösche
 
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Laubfrosch Hyla arborea, bis 6 cm
Der hellgrün gefärbte
Laubfrosch ist mit großen Augen und Saugnäpfen an seinen Greifhänden
ausgestattet. Wie manche andere Amphibien kann er seine Farbe verändern.
Am liebsten hält sich der Laubfrosch in der Nähe von Schilfbeständen
oder in Kiesgruben auf. In der Nacht rufen die Männchen am Ufer der
Teiche mit Hilfe ihrer Schallblase mit laut quakender Stimme nach den
Weibchen. Nach der Laichzeit findet man die Laubfrösche gelegentlich
auch auf Sträuchern und Stauden. |
Familie Echte Frösche
 
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Grasfrosch Rana temporaria, bis 11 cm >Portrait
Der Grasfrosch ist an dem
dunklen Schläfenfleck zu erkennen. Die Schallblasen stülpen sich
im Gegensatz zum Teichfrosch nicht nach außen.
Als Laichgewässer bevorzugt er stehende oder langsam fließende
Gewässer. Das Weibchen legt während der Paarung seinen Laich
ins Wasser, woraus später die Kaulquappen schlüpfen. Die Nahrung
des Grasfrosches besteht hauptsächlich aus Würmern, Schnecken
und Insekten. |
 
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Moorfrosch Rana arvalis, bis 8 cm
Der Moorfrosch ähnelt stark dem
Grasfrosch, er ist aber etwas kleiner und schlanker. Die
Grundfärbung ist bräunlich bis oliv mit dunklen Flecken.
Auffällig ist die spitzere Schnauze im Vergleich zum Grasfrosch.
Während der Paarungszeit färben sich die Männchen
vorübergehend bläulich, das ist ein einzigartiges
Erkennungsmerkmal. Die Weibchen bleiben bräunlich. Sie legen Laichballen mit bis zu 1000 Eiern
ab. |
 
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Springfrosch Rana latastei, bis 9 cm
Der Springfrosch hat längere Hinterbeine als der Grasfrosch und kann bis zu zwei Meter weit springen. Die Grundfarbe erscheint einheitlich hellbeige bis graubraun, es sind weniger kontrastierende Zeichnungen enthalten. Er kommt in weiten Teilen Mitteleuropas vor, in der Schweiz nur im äußersten Südwesten. Der Italienische Springfrosch hat eine unterhalb der Nase abgeknickte Schnauze. Diese Art lebt in Norditalien, im Schweizer Kanton Tessin und teilweise auch im Balkan. |
 
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Seefrosch Rana ridibunda, bis 15 cm
Der Seefrosch ist deutlich
größer als der Kleine Wasserfrosch,
die Hinterbeine sind im Verhältnis zum Rumpf relativ lang. Der Rücken
ist bräunlich oder olivgrün gefärbt. Ein sicheres Erkennungsmerkmal
ist der keckernde Paarungsruf des Männchens, das wie ein kurzes „kicherndes
Lachen“ klingt. Seefrösche
leben in den Gewässern und entfernen sich nur selten von diesen. Erwachsene
Seefrösche fressen gerne Spinnen, Würmer und Insekten, gelegentlich
jagen sie auch nach anderen Amphibienlarven. |
 
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Teichfrosch Rana esculenta, bis 12 cm >Portrait
Der Teichfrosch gilt als
Mischform (Hybride) zwischen Seefrosch und kleinem Wasserfrosch. Am Anfang
des Frühlings ist der Teichfrosch noch braun gefärbt. Zur Paarungszeit
wird die Oberfläche des Männchens leuchtend grün. Beim Rufen
nach einem Weibchen treten auf beiden Seiten des Mundspalts zwei große,
weiße Schallblasen hervor. Der tagaktive Frosch hält sich das
ganze Jahr in Tümpeln oder Teichen auf. Er sonnt sich gerne am Ufer
oder auf Blättern von Wasserpflanzen. |
 
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Kleiner
Wasserfrosch Rana lessonae, bis 8 cm
Der Kleine Wasserfrosch
ist der kleinste Frosch in Mitteleuropa. Er ähnelt einem Teichfrosch.
Das Männchen erscheint zur Paarungszeit gelegentlich zitronengelb.
Es ruft im Frühjahr laut schnarrend. Wasserfrösche sitzen gerne
auf Teichrosenblättern. Das Weibchen legt bis zu 4500 Eier als Laichbällchen
an den Pflanzen flacher Gewässer ab. Die Larven schlüpfen nach
ein paar Tagen, nach zwei bis vier Monaten sind daraus kleine Frösche entstanden. |
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