Merkmale
Der Bergmolch wird auch
Alpenmolch genannt. Er ist ein mittelgroßer Schwanzlurch mit auffälliger Färbung. Zur Paarungszeit ist der Rücken der Männchen bläulich gefärbt, die Flanken zeigen schwarz-weiße Punkte, die zum orangen Bauch hin von einem blauen Band abgegrenzt werden. Die Bauchseite ist bei beiden Geschlechtern leuchtend orange bis rot. Außerhalb der Paarungszeit wirkt die Färbung unscheinbar graubraun bis oliv. Während die Bergmolche im Wasser leben, zeigt ihre Haut die Wassertracht, diese ist dann glatt. Sie erscheint während der Landtracht körnig stumpf und wasserabweisend. Bergmolche können in freier Wildbahn acht bis zwölf Jahre alt werden.
Im Larvenstadium besitzt ein Bergmolch äußere Kiemen mit jeweils drei büschelartigen Kiemenästen rechts und links am Kopf. Das sauerstoffreiche Wasser strömt über diese Kiemenäste, der Sauerstoff diffundiert direkt in die Blutbahn. Die Lungen sind noch nicht funktionsfähig, sie werden aber bereits angelegt. Beim erwachsenen Bergmolch sind die Kiemen vollständig zurückentwickelt. Die Lungenatmung erfolgt wie bei der Erdkröte durch
Buccal Pumping, durch schnelles Senken und Anheben des Mundhöhlenbodens. Während die Hautatmung an der Luft eine geringere Rolle spielt, überwiegt sie bei der Atmung unter Wasser. Der Austausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid zwischen der gut durchbluteten Haut und dem Wasser erfolgt ebenfalls durch
Diffusion. In kaltem, sehr sauerstoffreichem Wasser kann ein Bergmolch viele Stunden unter Wasser bleiben.
Der Bergmolch kann mit anderen Molcharten verwechselt werden. Der
Teichmolch bleibt kleiner und hat zur Paarungszeit ein schwächer ausgeprägtes Muster. Der männliche
Fadenmolch hat einen fadenförmigen Schwanzfortsatz. Der
Kammmolch wird deutlich größer und besitzt einen hohen gezackten Rückenkamm. Die leuchtend orange Bauchseite ohne Flecken ist beim Bergmolch jedoch unverkennbar.
Lebensweise
Bergmolche verbringen den Winter an Land in frostfreien Verstecken wie unter Steinen, Laub oder Wurzeln. Im Frühjahr wandern sie in Gewässer, wo die Fortpflanzung stattfindet. Die Männchen umwerben die Weibchen mit auffälligen Balztänzen, bei denen sie Spermatophoren absetzen, die vom Weibchen aufgenommen werden. Die Weibchen kleben ihre bis zu 250 Eier einzeln an Wasserpflanzen. Die Larven besitzen äußere Kiemen und entwickeln sich innerhalb von zwei bis drei Monaten zu Jungmolchen, die das Wasser verlassen. Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben die Tiere überwiegend an Land, wo sie in feuchten Lebensräumen nachtaktiv auf Nahrungssuche gehen. Sie sind standorttreu und kehren Jahr für Jahr zum gleichen Laichgewässer zurück.
Nahrungserwerb
Bergmolche sind geschickte Jäger kleiner Wirbelloser. Im Wasser fangen sie mit ruckartigen Kopfbewegungen Insektenlarven, Krebstiere und Kaulquappen. An Land erbeuten sie Schnecken, Würmer und kleine Insekten, die mit raschen Zungenbewegungen aufgenommen werden.
Feinde und Gefahren
Natürliche Feinde sind Fische, Schlangen, Wasservögel und verschiedene Säugetiere. Die größte Gefährdung geht von der Zerstörung der Laichgewässer und der Trockenlegung von Feuchtbiotopen aus. Auch die Einwanderung von Fischen in zuvor fischfreie Bergweiher reduziert die Bestände, da diese die Eier und Larven der Bergmolche fressen. In Mitteleuropa ist der Bergmolch vielerorts noch häufig, er zählt aber wie alle Amphibien zu den geschützten Arten.
Weitere Medien
Steckbrief zum Ausfüllen (pdf)
Merkmale der Amphibien
Übersicht europäischer Amphibien (pdf)
Fotos und Grafiken

Bergmolch: Männchen zeigt seinen orangen Bauch.

Mehrere Bergmolche in einem Terrarium.

Bergmolch auf der Wanderung zu seinem Teich.

Bergmolch: Schwarzweiß-Strichzeichnung (gif).