Klasse, Ordnung
Amphibien, Froschlurche.
Englisch: Yellow-bellied Toad.
Französisch: Sonneur à ventre jaune.
Lebensraum
Kleine, häufig temporäre Kleinstgewässer wie Pfützen, Fahrspuren, Grubenmulden und seichte Tümpel in Wäldern, auf Wiesen und in Steinbrüchen; bevorzugt besonnte, vegetationsarme Wasserstellen ohne Fische.
Nahrung
Kleine Insekten, Spinnen, Würmer, Asseln und andere wirbellose Tiere.


Gelbbauchunke mit gelbem Bauch.


Tier von oben.
Merkmale
Die Gelbbauchunke ist eine kleine, breitköpfige Unke mit warziger, graubrauner bis olivfarbener Oberseite. Die Unterseite dient als Warntracht: Sie ist auffällig gelb bis orange mit unregelmäßigen schwarzen Flecken. Charakteristisch sind die herzförmigen Pupillen. Bei Bedrohung zeigt die Art den Unkenreflex: Der Rücken ist durchgedrückt, die Gliedmaßen werden abgespreizt und der Bauch zeigt nach oben, um die Warnfarben zu präsentieren. In freier Wildbahn liegt die durchschnittliche Lebenserwartung meist bei 6 bis 8 Jahren.
Gegenüber der Rotbauchunke zeigt die Gelbbauchunke eine gelbe statt der roten Bauchfärbung und bewohnt meist kleinere Gewässer in strukturreichen Landschaften. Der glockenähnliche Ruf des Männchens klingt weicher und melodischer als beim Männchen der Gelbbauchunke, das mit einem dumpfen „Uh-uh-uh“ ruft.
Lebensweise
Gelbbauchunken besiedeln warme, flache Gewässer, die sich rasch erwärmen und immer wieder periodisch austrocknen. Dadurch treten keine Fische als Fressfeinde auf. Die Fortpflanzungszeit reicht je nach Höhenlage von Mai bis August. Die Weibchen heften mehrere kleine Laichpakete mit jeweils wenigen Eiern an Substrat oder Wasserpflanzen. Die Larven schlüpfen nach kurzer Embryonalzeit und entwickeln sich – abhängig von Temperatur und Wasserstand – in sechs bis zehn Wochen. Überwintert wird an Land in frostfreien Höhlungen, unter Steinen, in Wurzelräumen oder Erdlöchern. Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv.
Nahrungserwerb
Als Lauerjäger fängt die Gelbbauchunke kleine Insekten, Würmer, Asseln und Spinnen mit ihrer herausschnellenden Zunge. Im Wasser werden auch Kleinkrebse und Insektenlarven gefressen.
Feinde und Gefahren
Vor allem die Trockenlegung kleiner Gewässer und der Straßenverkehr während der Wanderungen stellen ernsthafte Gefahren für den Bestand dar. Vögel, Schlangen und Säugetiere fressen zwar Gelbbauchunken, dies ist aber ein Bestandteil des normalen Kreislaufs in der Natur. Die Gelbbauchunke ist streng geschützt und gilt in Mitteleuropa vielerorts als stark gefährdet.
Weitere Medien
Steckbrief zum Ausfüllen (pdf)
Merkmale der Amphibien
Übersicht europäischer Amphibien (pdf)
Fotos und Grafiken

Gelbbauchunke mit herzförmiger Pupille.

Gelbbauchunke auf einem Ziegel in einer Tongrube.

Gelbbauchunke liegt auf dem Rücken: Unkenreflex.

Gelbbauchunke: Schwarzweiß-Strichzeichnung (gif).