Merkmale
Die Kreuzotter unterscheidet sich von der Ringelnatter durch das dunkle
Zickzackband auf dem Rücken und die
senkrechten, schlitzförmigen
Pupillen. Neben braunroten kommen auch gelbbraune, kupferfarbene oder schwarze
Tiere vor. Die Schlange ist kleiner als die
Ringelnatter und wird im Schnitt 50 bis zu 80 Zentimeter lang.
Manche Exemplare erreichen auch einen Meter Länge. Die Schuppen stehen in Reihen und sind gekielt. Die Schnauze ist abgerundet
und nicht aufgewölbt. Von oben erscheint der Kopf oval und hinten etwas verbreitert. Auf dem Hinterkopf befindet sich eine V-förmige Zeichnung, die mit der Spitze nach vorne zeigt.
Lebensweise
Der Lebensraum der Kreuzotter findet sich in Mooren, Heiden, lichten Wäldern, Steinbrüchen und Steinhalden. Man findet sie in Mittel- und Nordeuropa, ihr Gebiet reicht von Osteuropa über Russland bis in die Mongolei und Nordkorea. Eine Kreuzotter kann in freier Wildbahn 20 bis 30 Jahre alt werden. Die Geschlechtsreife erreicht sie im Alter von vier oder fünf Jahren. Den Winter überbrücken die Kreuzottern in einer Kältestarre, die in Nordeuropa bis zu acht Monate dauern kann. In Mitteleuropa sind es vier bis sieben Monate. Dafür suchen sie Hohlräume wie Erdlöcher oder Felsspalten auf. Auch unter Baumwurzeln bieten sich geeignete Möglichkeiten.
Die Männchen wachen im Februar aus der Winterruhe auf und sonnen sich ausgiebig, damit ihre Spermien reifen können. Die
Weibchen erwachen etwas später und suchen einen geeigneten Paarungsplatz auf. Sie sondern einen Sexuallockstoff aus, dadurch
werden die Männchen angelockt. Die Männchen häuten sich und zeigen ihr leuchtendes Hochzeitskleid. Oft kämpfen
mehrere Männchen um ein Weibchen, in dem sie sich in einem Schaukampf aufrichten und spiralförmig umschlingen. Der Sieger
begattet das Weibchen. Die Paarung findet meistens im März oder im April statt. Danach zieht sich das Weibchen an einen sonnigen
Ort zurück. Es bringt im August oder September 8 bis 15 lebende Junge zur Welt. Sie schlüpfen kurz vor oder während
der Geburt aus den Eihüllen und häuten sich kurz danach. Dann sind sie schon auf sich alleine gestellt.
Nahrungserwerb
Wer fürchtet sich nicht beim Anblick einer Schlange, die mit einer Drohgebärde laut fauchend ihre Giftzähne zeigt? Der
Giftapparat der Schlange ist jedoch kein brutales Mordwerkzeug, sondern es ist ein lebensnotwendiger und wirksamer Schutz für
ein Tier, welches keine Gliedmaßen zum Erwerb von Beute oder zur Verteidigung gegen Angreifer besitzt. Schlangen sind
friedlicher wie allgemein angenommen wird. Sie greifen den Menschen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen.
Im Schädelknochen befinden sich
Giftdrüsen, in denen ein Gift gebildet wird, welches über den
Giftkanal in die beiden
Giftzähne transportiert wird. Wenn die Kreuzotter ihr Maul öffnet, richten sich
die Giftzähne automatisch auf. Das Aufrichten der Giftzähne erfolgt durch einen raffinierten Klappmechanismus des
Kopfskeletts. Mit geöffnetem Maul beißt die Kreuzotter ihr Beutetier und spritzt das Gift, welches vorne kurz unterhalb
der Spitze der Giftzähne austritt, in das Opfer. Die Maus stirbt an dem Gift oder wird davon gelähmt. Mit Hilfe ihrer
langen geteilten
Zunge kann die Kreuzotter beim Züngeln die Beute auch aus größeren Entfernungen
riechen, wenn sich die gebissene Maus noch wegschleppen konnte. Die Kreuzotter jagt außer nach Mäusen auch nach Lurchen,
Eidechsen, Blindschleichen und jungen Vögeln. Die Beute wird in einem Stück verschlungen.
Feinde und Gefahren
Die Kreuzotter hat zahlreiche natürliche Feinde. Sie wird von verschiedenen Vögeln wie Bussarde, Milane, Weihen, Adler,
Uhu, Störche oder Reiher gefangen. Auch Säugetiere stellen ihr nach. Dazu zählen zum Beispiel der Dachs, der Fuchs,
der Iltis oder der Hermelin. Jungtiere werden von Ringelnattern und Würfelnattern gefressen. Die Verbauung der Landschaft durch
Straßenbau und die Aufforstung von sonnigen Habitaten tragen zum Rückgang der Bestände bei. Die Kreuzotter ist eine
gesetzlich geschützte Art.
Weitere Infos
Bilderbuch Schlangen (pdf)
Steckbrief zum Ausfüllen (pdf)
Wirkung von
tierischen Giften
Fotos und Grafiken

Zusammengerollte Kreuzotter beim Sonnen.

Kreuzotter mit neuem Schuppenkleid und abgeworfener Haut.

Abgeworfene Haut der Kreuzotter von unten.

Abgeworfene Haut der Kreuzotter von oben und unten.
Grafik: Strichzeichnung einer Kreuzotter in Schwarzweiß (gif).
Grafik: Strichzeichnung eines Kreuzotter-Skeletts (gif).
Kopiervorlage: Giftapparat, ohne Beschriftung (gif).
Kopiervorlage: Giftapparat, mit Lösungen (gif).
Kopiervorlage: Kopfskelett, ohne Beschriftung (gif).
Kopiervorlage: Kopfskelett, mit Lösungen (gif).
Kopiervorlage: Puzzle zum Ausschneiden (gif).
Kopiervorlage: Lösungsvorlage für das Puzzle (gif).