Schnabeltier
Ornithorhynchus anatinus Shaw
bis 60 cm, max. 2,4 kg
Familie Schnabeltiere  Ornithorhynchidae

Klasse, Ordnung
Säuger, Kloakentiere.

Englisch: Platypus.
Französisch: Ornithorynque.

Lebensraum
Flüsse, Bäche und Seen; Ostaustralien und Tasmanien: New South Wales, Victoria, Queensland, Tasmanien.

Nahrung
Würmer, Insektenlarven und Krebstiere; auch Weichtiere und kleine Fische.
LeopardLupeSchnabeltier am Ufer.
LeopardLupeBruthöhle.
Kurzportrait
Gefährdung
Beschreibung
Kurzportrait

Das in Ostaustralien und Tasmanien lebende Schnabeltier gehört wie der Ameisenigel zu den eierlegenden Säugetieren. Es zeigt noch eine Reihe von Merkmalen, die den Reptilien zugeordnet werden: Die Oberarme stehen seitlich vom Körper ab. Am Körperende befindet sich die Kloake, aus dem das Schnabeltier die Eier legt. Bei den Kloakentieren ist hinten nur eine einzige Körperöffnung vorhanden, genau wie bei den Reptilien oder den Vögeln. Die anderen Säugetiere haben hinten drei Körperöffnungen: After, Harnröhre und Geschlechtsöffnung.

Das Schnabeltier hat einen breiten Schnabel, einen flachen Steuerschwanz und Schwimmhäute an den Füßen; die Schwimmhäute vorne sind deutlich stärker ausgeprägt. Das Männchen besitzt zur Verteidigung an den Hinterbeinen einen Giftsporn. Das dichte, wasserabweisende Fell stellt eine gute Wärmeisolierung dar. Der Schnabel ist mit feinen Sinnesorganen versehen, damit kann die Beute auf dem Gewässergrund geortet werden. Beim Tauchen schließt das Schnabeltier Augen, Ohren und Nasenlöcher und rüttelt mit dem Schnabel den Boden auf, um Würmer, Larven und Kleinkrebse zu ergattern. An der Uferböschung wird eine gepolsterte Bruthöhle für die Aufzucht der Jungen gebaut. Nach einer Tragezeit im Mutterleib legt das Weibchen bis zu drei Eier ab, die es bebrütet. Die Jungen schlüpfen nach zehn oder elf Tagen. Die Mutter hat keine Zitzen, die Jungen lecken das Fell neben den Milchdrüsen ab, bis sie selbständig Nahrung suchen.


Gefährdung

Das Schnabeltier gilt regional als gefährdet, weil Flussverbauungen, Wasserentnahmen und Dürren die Lebensräume verändern. Zusätzliche Risiken entstehen durch Gewässerverschmutzung, Beifang in Reusen und die Zerstörung der Ufervegetation durch Viehtritt. Zum Artenerhalt müssen die Ufer geschützt werden, auch die Wasserqualität spielt eine Rolle.

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